1. Alumni - Workshop - Wochenende

Es ist vollbracht. Vom 20. – 22. Februar hat das erste Alumni-Workshop-Wochenende an der HfS stattgefunden. Ca. 30 Abgänger aus allen Studiengängen kamen in der Schnellerstraße zusammen, haben sich ausgetauscht, über ihre gemachten Erfahrungen seit dem Berufseinstieg, ihre Visionen für die Zukunft und über die derzeitige Situation der deutschen Theaterlandschaft. Die ältesten Abgänger haben 1981 abgeschlossen, die jüngsten gerade erst. Jeder hatte die Gelegenheit, einen der drei Workshops zu besuchen: Iris Böhm: „Grundlagen für Könner“. Harry Fuhrmann: „Austausch über Arbeitserfahrungen, Träume und Visionen“ und Susanna Poldauf: „Produzieren in der freien Szene“.

Es war ein tolles Wochenende! In den intensiven Gesprächsrunden war zu spüren, wie dankbar die Teilnehmer für dieses Angebot sind. Die Unternehmung hat folgende Ziele: Wir wollen eine Plattform für einen Austausch bieten, Fortbildungsangebote machen und langfristig ein Netzwerk aufbauen, indem es den Ehemaligen möglich ist, Gleichgesinnte für Projekte zu finden, Projekte vorzustellen oder zu Veranstaltungen einzuladen. Wir sind in einen intensiven und inspirierenden Austausch miteinander gekommen. Alle wünschen sich ein Fortsetzung und hoffen, dass diese Art von Wochenende 1-2 Mal im Jahr stattfindet. Fünf ehemalige Studenten fungieren von nun an als „Alumni-Sprecher“ und bringen eigene Ideen in den Ausbau und die Fortsetzung der Unternehmung mit ein. Mir scheint, dass ein solches Angebot längst überfällig war und hoffe, dass Vertreter aller Abteilungen bald darüber beraten, wie wir da gemeinsam weitermachen.

Harry Fuhrmann

Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen zu Wort

Einen Text schreiben über das Alumnitreffen bzw. den einen Workshop - sich dazu zu melden! Bescheuerte Idee!! Als ob ich Zeit hätte!!! Muß selber einen Workshop vorbereiten!!!! Aber so scheint das zu sein, wenn man freischaffend ist – bei mir zumindest. Ich hatte damals, als ich mich zur Freiberuflichkeit entschloß, nicht gedacht, sooooooviel Zeit mit Tätigkeiten, die nicht direkt mit eigenem Spielen zu tun haben, zu verbringen. Mittlerweile gefühlte 95%. *)
Das war für mich auch einer der Gründe, mich für den Workshop „Schauspielgrundlagen“ bei Iris Böhm einzutragen. Wieder 'mal spielen, ohne das Ziel einer Inszenierung, einer Premiere, einfach ausprobieren. Mit Partnern, unbekannten Partnern. (Als freiberuflicher Puppenspieler bin ich oft allein mit mir als einzigem lebenden Menschen auf der Bühne. Da haucht sich schon ein wenig Schizophrenie durch.) Und es ging gleich los, ohne große Vorstellungsrunde; sieben waren wir.
Quer durch alle Jahrgänge, eine Regisseurin, fünf Schauspieler und ich. Jeder mit einer anderen Berufserfahrung: freie Szene, Stadttheater, Seriendrehs, Synchronsprechen... Spiele, Übungen, kleine Szenen. „Zipp! Zäpp! Boing!“
In den acht Stunden, verteilt auf zwei Tage, waren es so um die 15 oder 20. Ich war hin- und hergerissen zwischen Selbermachen und Zuschauen, beides machte Spaß. Körperliche Erfahrungen, die beobachtet und dann anschließend reflektiert wurden. Oberprimaerstesahne! (An dieser Stelle einen dicken Dank an Iris Böhm...und alle anderen Teilnehmer!) Oft scheint für so etwas ja keine Zeit mehr zu sein– weder beim Filmdreh noch im Stadttheateralltag. Wie schade; und wie wichtig ist das doch! Entstehen lassen, reagieren können...wen habe ich denn da vor mir? Blocke ich ab, ziehe ich meine Idee durch oder lasse ich mich ein, lasse ich mich überraschen und machen wir die Szene gemeinsam?
Einige der Spiele leite ich an, wenn ich Workshops für Kinder und Jugendliche gebe. Und erstaunlich, wie gering manchmal der Unterschied zwischen einem 8jährigen Schüler und einem ausgebildeten bühnenerfahrenen Schauspieler ist. Weil's um's Spielen geht. Um die Lust am Entdecken. Die wir uns als Darsteller erhalten müssen. Oder immer wieder neu entdecken. Und sich das immer wieder bewußt werden zu machen und zu lassen.
Und jetzt bin ich schon wieder in der Workshopvorbereitung...
Patrick Jech


Produzieren in freier Szene mit Susanna Poldauf

In aufgeschlossener Atmosphäre der Beteiligten wurde in seminaristischer Form eine Grundlagenanalyse des Themas durch Susanna Poldauf geboten.

In hoher Konzentration wurde mit professioneller Kompetenz der Blick auf Grundlagen des Marketings in der freien Szene gerichtet, in Sonderheit für den Berliner Raum, und mit Beispielen anschaulich gemacht und belegt. Der Umgang mit Medien fand Erwähnung, Instrumente der Analyse, sowie künstlerische Positionierung waren Kernthemen.
Die Arbeit wurde einhellig als ausgesprochen angenehm beschrieben, da frei von Konkurrenzbestreben und dominierenden Profilierungsimpulsen gearbeitet wurde.
Susanna Poldauf hat die unterschiedlichen Berufserfahrungen und Besonderheiten der Sparten mit leichter Hand zu bündeln gewusst und bei allem den Fokus auf Inspiration gelegt.
Ihr Programm war für Neulinge aufschluss- und hilfreich, wie es für Erfahrenere im Komprimat sinnfällig wurde durch die Wiederholung bekannter Fakten und Zusammenhänge in Verbindung mit neuen Marketingstrategien.
Von den Teilnehmern wurde positiv beschrieben wie im Gesamtprogramm des Workshops ein Heimatgefühl aktiviert wurde, man sich seiner künstlerischen Wurzeln bewusst wurde.
Angemerkt wurde, dass solch eine Arbeit im oder Studium-nah sinnfällig als Vorbereitung auf die Praxis wäre und bessere Chancen für Einsteiger bieten könnte.
Die Zeit zum Austausch darf in künftigen Veranstaltungen dieser Art großzügiger bemessen werden, da sich die Möglichkeiten und Ideen der Vernetzung zur praktischen Arbeit deutlich zeigten.
Mit Dank für die Erfahrung - Marlies Ludwig



Austausch über Arbeitserfahrungen, Träume und Visionen
Am Samstagmorgen trafen sich sechs Teilnehmer/innen aus vier Abteilungen zusammen mit Harry Fuhrmann auf der Probebühne 22.
Harry begrüßte uns und bat um eine Vorstellungsrunde, in der jeder der Teilnehmenden etwas zu den Erwartungen sagt, die er an den Workshop hat. Im Anschluss widmeten wir uns ausführlich der Besprechung einzelner Projekte der Workshopteilnehmer.
Kein festes Programm „abzuarbeiten“ war für mich anfangs etwas ungewohnt, hauptsächlicher Inhalt des Workshops war ja „nur“, über unsere künstlerische Arbeit ins Gespräch zu kommen. Das gelang aber auf Anhieb und sehr unkompliziert; es wurde ausführlich nachgefragt und es gab viel Raum, interessante Themen die wir streiften zu vertiefen.
Ein Punkt der Workshopbeschreibung war die Diskussion darüber, wie uns die Ausbildung an der Ernst Busch genützt hat und was uns in der Ausbildung gefehlt hat. Dieser Punkt kam am Wochenende immer wieder zur Sprache, es gab sehr unterschiedliche Erfahrungen aus den einzelnen Abteilungen.
Am Sonntag wurde die Gesprächsrunde durch eine weitere Teilnehmerin bereichert. Nach ihrer Vorstellung zu ihrer Person ging es weiter am Thema und die nächsten Projekte kamen zur Sprache. Zum Schluss wurde sogar die Zeit knapp, so dass zwei Teilnehmer ihre Projekte leider nicht mehr vorstellen konnten.
Rückblickend kann ich sagen, dass der Workshop für mich sehr spannend und inspirierend war.
Katharina Klinger


... war für mich eine willkommene kleine Auszeit aus dem Theaterbetrieb und Arbeitsalltag, um mich mit der Gruppe auf den Kern, das Wesen von Schauspiel zu besinnen: eine Reise zu den Wurzeln, um diese zu überprüfen, zu pflegen, zu festigen - lustvoll, konzentriert, bereichernd und inspirierend.
Ingrid Gündisch

ich hatte ein wunderbares, bereicherndes wochenende, mit menschen, denen ich mich verbunden fühle, habe neue ideen bekommen, künstler mit tollen ideen getroffen und neue netzwerke geknüpft...
Yvonne Johna

es war ein grandioses Wochenende, dass ich nicht vergessen werde
Dirk Schülke